Apfelsorten

Der Apfel – ursprünglich aus Mittelasien stammend – gehört zur Familie der Rosengewächse und gilt als die Lebensfrucht schlechthin. In seiner langen Geschichte hat er in Religionen und Zauberritualen in der Kunst und der Medizin immer eine bedeutende Rolle gespielt.

Mit dem Einzug der Römer in Germanien fand auch der heute bekannte Apfel seinen Weg zu uns. Der Obstanbau beschränkte sich bis weit in das 17. Jahrhundert allein auf Klostergärten und Gutshöfe.

Wie gut kennen Sie den Apfel in allen seinen Erscheinungen? Lernen Sie mit Possmann die typischen hessischen Landapfel-Sorten kennen!

Schafsnase

Von der Form (am Blütenkelch leicht gewellt) hat dieser Apfel seinen Namen. Seine Heimat sind die westlichen Taunushänge. Der mittelgrosse Apfel hat ein hell gelbliches, sehr saftiges Fruchtfleisch. Als ertragreiche, anspruchslose und säuerliche Sorte passt die Schafsnase in unser Kelterobstprogramm.

 

Berkersheimer Roter

Diese typische Lokalsorte aus dem Frankfurter Umland wurde 1942 wiederentdeckt. Die meist mittelgroßen Früchte zeigen eine intensive braunrote bis violette, geflammte und gestreifte Deckfarbe. Das feste und saftige Fruchtfleisch schmeckt säuerlich und enthält viel Vitamin C. Als Mostapfel für die Herstellung von Apfelwein sehr gut geeignet.

 

Erbachhofer Mostapfel

Dieser kleine und hochgebaute Rote ist ein typischer Mostapfel. Aus dem Sauerland stammend, überzeugt er durch seine dunkelrot gestreifte Schale und sein weißlich-gelbes, sehr festes und würziges Fleisch. Der Erbachhofer ist sehr robust und in fast allen Lagen vertreten.

 

Haux

Dieser große, flachrunde und schwach gerippte Apfel wurde um 1920 vom Baumwart Haux bei Göttingen gefunden. Sein eher grünlich-weißes, sehr festes und etwas säuerliches Fleisch eignet sich vorzüglich für die Herstellung von Apfelweinen.

 

Hilde

Große rot gestreifte Früchte liefert diese aus Holstein stammende Sorte. Die flächig rote Schale enthält ein festes, feinzelliges und saftiges und eher säuerliches Fleisch. Der im Oktober reifende Apfel ist für die Mostproduktion hervorragend geeignet.

 

Kaiser Wilhelm

Häufig an sehr großen Bäumen mit breitrunden Kronen findet man diesen mittelgroßen grüngelben Apfel. Seine Ansprüche an Boden und Klima sind moderat, der Ertrag meistens stattlich. Ein Glücksfall von der Streuobstwiese!

 

Ontario

Nicht nur Vögel picken gerne an diesem aus dem Nordosten der USA stammendem Apfel. Er wurde gegen 1874 selektiert und verfügt über eine grüngelbe hell bereifte Schale. Sein gelblich-weißes und mittelfestes, sehr saftiges und etwas herbes Fleisch macht ihn zu einem beliebten Mostapfel, welcher noch heute in Europa angebaut wird.

Erst mit dem Dreißigjährigen Krieg begann der landwirtschaftliche Obstanbau. Für die Selbstversorgung der Bevölkerung waren Streuobstwiesen in der damaligen Zeit von existentieller Bedeutung.

Heute gibt es auf der Welt ca. 25 000 Apfelsorten, die in Tafelobst, Wirtschaftsobst und Mostobst unterteilt werden. Innerhalb der gesamten Obsternten nimmt der Apfel mit 70 Prozent eine absolute Spitzenposition ein.


Geheimrat Oldenburg

Dieser Apfel entstand aus einer Kreuzung des „Minister von Hammerstein“ mit „Baumanns Renette“ im Jahre 1897. Er hat eine mittelgroße und hochrunde Form sowie ein lockeres und aromatisches Fleisch. Reif für den Genuss ist der Geheimrat teilweise erst im November oder Dezember.

 

Goldparmaene

Aus Frankreich stammt dieser kugelige Apfel mit einer fast ebenen Kelchfläche. Es handelt sich um eine der ältesten Apfelsorten, die wahrscheinlich im 16 Jahrhundert entstand. Die französische Bezeichnung „Reine de Renettes“ (Königin der Prinzessinnen) drückt seine hohen Wert für den Obstanbau in vergangen Jahrhunderten aus.

 

Goldrenette von Bleinheim

Aus Zufall entstand dieser Apfel um 1800 in England. Unter seiner goldgelben Schale steckt ein gelblich-weißes, saftiges und wohlschmeckendes Fleisch. Nur in besten Lagen ist mit hohen Erträgen zu rechnen. Zur Gänze gereift, ist die Goldrenette sowohl als Tafel- als auch als Mostapfel zu verwenden.

 

Roter Berlepsch

Dieser vom Niederrhein stammende mittelgroße Apfel blüht lang und enthält besonders viel Vitamin C. Sein gelblich weißes Fruchtfleisch schmeckt äußerst aromatisch. Erntereif ist der Berlepsch ab Anfang Oktober und für das Keltern bestens geeignet.

 

Roter Eiserapfel

Vermutlich aus der Nähe von Nürnberg stammt diese bereits im 16 Jahrhundert bekannte Apfelsorte. Die mittelgroße Frucht schimmert gelb-grünlich mit dunkelroten Streifen, das Fleisch ist sehr saftig. Seine Unempfindlichkeit gegen Sturm und Schädlinge garantiert hohe Erträge.

 

Ruhm von Kelsterbach

Ein Apfel für alle Fälle ist dieser kleine bis mittelgroße Apfel. Sein Fleisch ist fest und sauer, seine Schale rot bis gelblich gefärbt. Wie der Name andeutet, ist der Ruhm nur auf hessischen Streuobstwiesen rund um Kelsterbach zu Hause.

 

Spätblühender Taffetapfel

Dieser kleine bis mittelgroße Apfel wächst vorzugsweise in Höhenlagen. Er blüht sehr spät und ist daher wenig frostgefährdet.Unter seiner wachsartig gelben Schale schlummert ein cremeweißes, mittelfestes und sehr saftiges Fleisch, das wir in der Kelterei sehr schätzen.